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Hamburg nutzt interaktives Stadtmodell der HafenCity Universität zur Suche von Flächen für Flüchtlingsunterkünfte

Hamburgs 1. Bürgermeister Olaf Scholz eröffnete im Mai einen breit angelegten Prozess zur Einbindung der Öffentlichkeit in die Suche nach geeigneten Flächen für Flüchtlingsunterkünfte: FindingPlaces.hamburg

© HCU Hamburg

FindingPlaces.hamburg ist ein Kooperationsprojekt der Hafen-City Universität Hamburg (HCU) und der Stadt Hamburg. lm Rahmen angewandter Forschung nehmen die Hamburgerinnen und Hamburger mithilfe eines interaktiven und digitalen Stadtmodells aktiv an der Flächensuche für Flüchtlingsunterkünfte teil. Erprobt wird das Modell anhand der Aufgabenstellung, Flächen in Hamburg zu finden, die sich für die Errichtung von Unterkünften für 20.000 Flüchtlinge eignen. Die Stadt erhofft sich durch das Projekt konkrete Hinweise auf noch unentdeckte Flächen, die sich zur Errichtung von FIüchtlingsunterkünften eignen und setzt dabei auf die Expertise und die Ortskenntnis der Hamburgerinnen und Hamburger.

An der Eröffnungsveranstaltung zum Projekt FindingPlaces an der HCU Hamburg nahmen neben Olaf Scholz auch Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank, Dr.-lng. Walter Pelka, Präsident der HCU Hamburg, Prof. Dr. Gesa Ziemer, Direktorin des CityScienceLabs an der HCU Hamburg, Anselm Sprandel, Leiter des Zentralen Koordinierungsstabs Flüchtlinge (ZKF) und Kent Larson, Direktor der Changing Places Group am Media Lab des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, teil.
In Workshops am Stadtmodell sollen stätische Flächen ab 1.500 Quadratmeter gefunden werden, für die zügig mit der Bauvorbereitung von Flüchtlingsunterkünften begonnen werden kann, die für eine Dauer von mindestens drei bis fünf Jahren errichtet werden sollen.
Die jeweils rund zweistündigen Workshops finden im CityScienceLab an der HCU Hamburg statt. Maximal 30 Personen können nach vorheriger Anmeldung pro Workshop teilnehmen und Flächen für FIüchtlingsunterkünfte in den sieben Hamburger Bezirken diskutieren. Die Stadt wird die gefundenen Flächen auf die tatsächliche Eignung zur Errichtung einer Unterkunft prüfen und das Prüfergebnis innerhalb von 14 Tagen veröffentlichen.
FindingPlaces soll damit den Dialog zum Thema Flüchtlingsunterbringung fördern und zur Transparenz bei der Flächenprüfung durch die Stadt beitragen.
Das in den Workshops verwendete interaktive Stadtmodell ist ein sogenanntes CityScope. Die Besonderheit der CityScopes ist die übertragung von digitalen Informationen in physische Interaktion: Mit einfachen Bausteinen, die mit Datenmengen codiert sind, kann direkt an einem Arbeitstisch modelliert werden.
Die Veränderungen werden mit Beamern und Kameras sofort im
Datenmodell projiziert und erfasst.
Diese interaktiven Stadtmodelle dienen der anschaulichen Darstellung der Ergebnisse und deren Vermittlung auch für Nicht-Fachleute. Entwickelt vom MIT in Boston, wurde das verwendete CityScope unter der Leitung von Prof. Gesa Ziemer an der HCU Hamburg weiterentwickelt und an die Anforderungen des Projektes FindingPlaces.hamburg angepasst.

 

Weitere Informationen: www.hcu-hamburg.de; www.findingplaces.hamburg

29.07.2016