Startschuss für digitales Wildtiermonitoring

Im Juli 2018 fiel der Startschuss für ein zukunftsweisendes Projekt in Baden-Württemberg: der Aufbau eines Wildtierportals. Diese Plattform wird die digitale Erfassung von Jagdstrecken und -revieren ermöglichen.

Jagdreviere. © Disy

Sie basiert auf Cadenza Web, einer Software der Karlsruher Disy Informationssysteme GmbH.
Baden-Württemberg zählt mit rund 14.000 km² Wald zu den waldreichsten Bundesländern in Deutschland – Tendenz steigend, denn jedes Jahr kommen rund 2 km² dazu. Der Wald und die Offenlandschaften sind für die Wildtiere ein wichtiger Lebensraum. Für die Landesregierung in Stuttgart ist dies Grund genug, mit einem  modernen Jagdund Wildtiermanagementgesetz gleichzeitig die Belange der Menschen zu respektieren und den Tier- und Naturschutz weiterzuentwickeln. Seit April 2015 gilt ein neues Gesetz, das zukunftsweisende Regelungen enthält, wie beispielsweise die Zuordnung der Arten zu Managementgruppen sowie die Einführung einer allgemeinen Schonzeit oder eines Wildtiermonitorings.
Eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung dieses Gesetzes liegt im Bereich der Digitalisierung. Die Erfassung der Daten für die Forst- und Jagdverwaltung läuft bisher in Baden-Württemberg in vielen Bereichen analog und erzeugt bei der späteren Digitalisierung unnötigen Zusatzaufwand. Das möchte die Landesregierung nun ändern. Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL) arbeitet deshalb für das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) seit Juli 2018 gemeinsam mit dem Unternehmen Disy Informationssysteme an einem digitalen „Wildtierportal Baden-Württemberg“.
Um verschiedene raumbezogene Fachanwendungen innerhalb des Portals zu realisieren, hatten sich MLR und LGL für die Software Cadenza Web entschieden. Beide Behörden arbeiten seit vielen Jahren mit der Cadenza-Plattform in anderen Verfahren, wie beispielsweise in MILAN zur Digitalisierung der Flurneuordnung. Mit dem Wildtierportal schafft Baden-Württemberg nun eine zentrale Informationsplattform für Jägerinnen und Jäger. Über die Webanwendung können jetzt schon die Jagdstrecken erfasst werden. Als Nächstes wird die Erfassung von Jagdrevieren umgesetzt. Darauf aufbauend werden dann noch zusätzliche Informationen rund um die Jagd, zu Wildtieren und dem Wildtiermanagement auch für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Diese schrittweise Umsetzung wird durch ein agiles Projektmanagement mit Scrum unterstützt: Alle drei Wochen werden Zwischenergebnisse präsentiert und können von einer Testgruppe von Anwendern begutachtet werden. Die Cadenza-Fachanwendung wird mit Ruby on Rails entwickelt, einem effizienten Werkzeug für Web-Applikationen. Technische Anforderungen, die das MLR gestellt hat, können damit erfüllt werden. So soll es beispielsweise offene  Schnittstellen geben, um mit anderen Anwendungen interagieren zu können. Werkzeug für Web-Applikationen. Technische Anforderungen, die das MLR gestellt hat, können damit erfüllt werden. So soll es beispielsweise offene Schnittstellen geben, um mit anderen Anwendungen interagieren zu können.

Weitere Informationen: www.disy.net

 

 

6.11.2018