Weltweiter Wegweiser für Wasserqualität

DLR-Ausgründung EOMAP veröffentlicht Online-Portal für UNESCO-Programm

Die EOMAP GmbH & Co. KG, eine Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt (DLR), stellte Ende Januar 2018 im UNESCO-Hauptquartier in Paris erstmals erstmals ein Online-Portal für Wasserqualitätsdaten aller weltweiten Binnen- und Küstengewässer vor.
Mit dem neuen Online-Portal ständen zum ersten Mal politischen Institutionen, Umweltbehörden, der Gewässerindustrie sowie universitären Einrichtungen
weltweit flächendeckende Wasserqualitätsinformationen zur Verfügung, die als Entscheidungshilfe für das nachhaltige Wassermanagement dienten. Dies sei ein weiteres Beispiel dafür, welchen Beitrag die Raumfahrt - in diesem Fall die Erdbeobachtung - zur Lösung der großen gesellschaftlichen  Herausforderungen leisten könne. Gleichzeitig schreite die Kommerzialisierung mit der wachsenden Zahl von Fernerkundungsdiensten weiter voran, so Dr. Walther Pelzer, Vorstand für das DLR Raumfahrtmanagement. Das DLR Raumfahrtmanagement fördert EOMAP mit Mitteln aus dem nationalen Erdbeobachtungsprogramm zur Vorbereitung von neuen Technologien und Dienstleistungen für die satellitengestützte Fernerkundung. EOMAP ist 2006 als „Spin-off“ aus dem DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung hervorgegangen.
EOMAP hat für Anwender von Kartenprodukten von Küstenund Binnengewässern aus hochaufgelösten Fernerkundungsdaten das Portal für die Internationale Initiative zur Wasserqualität (IIWQ) des “International Hydrological Programme” (IHP) der UNESCO entwickelt. Über das Portal der UNESCO können Gewässerexperten per Klick weltweite Messdaten abfragen sowie Zeitreihen und Gewässerberichte erstellen. Die satellitengestützten
Daten liefern Informationen von Binnengewässern, Flüssen und Seen bis rund ein Hektar Größe. Aufschluss über die Wasserqualität geben Parameter wie Trübung, Chlorophyll-Gehalt, Wassertemperatur und Cyanobakterien-Indikatoren.
Laut Dr. Thomas Heege, Geschäftsführer von EOMAP, verändere sich der weltweite Wasserkreislauf deutlich infolge des Klimawandels und  menschengemachter Einflüsse. So seien die Auswirkungen in Form von Naturkatastrophen, Veränderungen globaler Sedimentflüsse und einem übermäßigen Nährstoffangebot zu sehen. Das IIWQ World Water Quality Online-Portal sei als Entscheidungshilfe konzipiert, um Länder und Regionen weltweit in ihrem Bestreben nach größerer wirtschaftlicher und ökologischer Nachhaltigkeit und bei der Entwicklung von innovativen Lösungen zu unterstützen. Internationale Organisationen erkennen so zunehmend wie wichtig die qualitativ hochwertige Gewässerbewertung ist und nehmen die damit
verbundenen Wissenslücken wahr. Darum seien international vergleichbare Messstandards erforderlich, ebenso wie die Verfügbarkeit von langen Messreihen. Das Online-Portal unterstützt durch den einfachen und ortsunabhängigen Zugriff auch Schwellenländer beim Aufbau von Kapazitäten und Kompetenzen technischer und administrativer Infrastruktur. Das Portal leiste nicht nur einen wichtigen Beitrag zu verbesserten Daten über die globale Wasserqualität, sondern fördere auch wissenschafts- und datenbasierte Entscheidungsfindung zur Wasserqualität. Das trage zu nachhaltigem Wasserressourcenmanagement und der Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) bei. In Hinblick auf die Datenknappheit zur Wasserqualität auf globaler und nationaler Ebene, sei das Portal ein wertvolles Tool zur Gewinnung von Wasserqualitätsdaten, insbesondere in abgelegenen Gebieten und Entwicklungsregionen wie Afrika, Asien, Lateinamerika und Inselentwicklungsländern, wo es an Netzwerken zur Überwachung der Wasserqualität sowie Arbeitskapazität mangele. Es diene außerdem als Tool zur Entscheidungsunterstützung und hilft Ländern bei der Erkennung der gravierendsten Wasserqualitätsprobleme wie Verschmutzungsbrennpunkte. Damit unterstütze das Portal nationale Bemühungen um die Einführung von SDG-Zielen im Zusammenhang mit der Wasserqualität sowie die Überwachung des Fortschritts bei ihrer Umsetzung, erklärte Dr. Sarantuyaa Zandaryaa, Programme Specialist, Divions of Water Sciences des IHP der UNESCO.
Das Potenzial zum Monitoring der Qualität von Oberflächengewässern anhand von Satellitendaten ist in den letzten Jahren weiter gewachsen. Durch die gestiegene Verfügbarkeit von Satellitenbeobachtungen, verbesserte Sensoren sowie die Weiterentwicklung von Auswertungsmethoden besäßen viele Informationsdienste einen hohen Reifegrad und eigneten sich bereits für den operationellen Einsatz - wie hier durch die Vereinten Nationen - erläuterte Dr. Michael Nyenhuis, im DLR Raumfahrtmanagement zuständig für Anwendungen der Erdbeobachtung im Bereich Ozeane, Küsten- und Binnengewässer.
Das DLR Raumfahrtmanagement arbeitet derzeit unter anderem mit EOMAP an CODE-DE, einer Onlineplattform, die Nutzern in Deutschland einen bedarfsgerechten Zugang zu den Daten und Diensten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus gibt und die Möglichkeit der Online-Datenverarbeitung bietet. Damit können zum Beispiel weltweite Wasserqualitätsprodukte erstellt werden, ohne eigene Rechnerkapazitäten aufbauen zu müssen, und diese nutzerfreundlich zur Verfügung gestellt werden. Projekte wie CODE-DE sind ein Bestandteil der Copernicus-Strategie der Bundesregierung, die im September 2017 vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Nur durch einen effizienten Zugang zu Erdbeobachtungsdaten und
den Produkten der Copernicus-Dienste lassen sich verlässliche und innovative Produkte entwickeln.

Weitere Informationen: www.dlr.de

2.03.2018