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Journalistische Kartographie – Entwicklung einer Forschungsagenda

Journalistic Cartography – Setting the Research Agenda

Jochen Schiewe; Hamburg

In den letzten Jahren wurden nur wenige Anstrengungen unternommen, um das Feld der Journalistischen Kartographie, die sich mit der Gestaltung, Herstellung und Nutzung von Karten in Massenmedien beschäftigt, weiterzuentwickeln. Dieser Beitrag verfolgt das ubergeordnete Ziel, dieses Feld wieder zu etablieren,was aufgrund einiger großen technischen, organisatorischen und gesellschaftlichen Veränderungen notwendig erscheint. Zu diesem Zweck werden die Besonderheiten der Journalistischen Kartographie herausgearbeitet, gefolgt von einem Vorschlag fur eine neue Kategorisierung von Massenmedienkarten, die technische, inhaltliche und gestalterische Merkmale umfasst und damit eine Übersicht sowie Vereinfachung ermöglicht. Kern dieses Aufsatzes ist die Entwicklung einer umfassenden, aktuellen und merkmalsbasierten Forschungsagenda für den Bereich der Journalistischen Kartographie.

In the last years few efforts have been made to further develop the field of Journalistic Cartography, which deals with the design, production and utilization of mass media maps. This contribution pursues the goal of re-establishing this field, which appears necessary due to some major technical, organizational and societal changes. For this purpose, the distinctive features of Journalistic Cartography are identified. This is followed by a proposal for a new categorization of mass media maps – comprising technical, content and design features, andallowing for overview and simplification purposes. The core of this paper is the development of a comprehensive, up-to-date and feature-based research agenda for the field of Journalistic Cartography.

Hypermediale Geovisualisierungen für zivile Sicherheitsanwendungen auf Basis von UAS-Daten

Hypermedia visualization for civil security applications based on UAS-data

Elisa Schröter, Hamburg; Monika Gähler, Weßling; Jochen Schiewe, Hamburg

Unbemannte Flugsysteme, im Folgenden als Unmanned Aerial Systems (UAS) bezeichnet, etablieren sich durch die Vorteile einer hohen geometrischen Auflösung, schnellen Verfügbarkeit hochaktueller Daten und großen Einsatzflexibilität immer mehr als Aufnahmeinstrumente der Fernerkundung. Insbesondere fur zivile  Sicherheitsanwendungen bergen diese Instrumente neben den genannten Aspekten weiteres Potenzial durch die Möglichkeit, zeitsynchrone 2D- und 3D-Lageinformationen wie auch Multi-Sensordaten aufzunehmen. Nutzer ziviler  Sicherheitsanwendungen können so mit einem umfangreichen Lagebild unterstutzt werden. Fur den operationellen Einsatz wird die Geovisualisierung vor die  Herausforderung gestellt, die vielfältigen Daten in einer Anwendung zu bundeln und gleichzeitig unterschiedlichen Einsatzebenen gerecht zu werden. Vor diesem  Hintergrund erfolgte im Rahmen dieser Arbeit eine Kategorisierung der Zielgruppe in drei Anwendertypen, für welche auf Basis des hypermedialen Ansatzes jeweils nutzergerechte Geovisualisierungen prototypisch erarbeitet wurden. Der Beitrag
schließt mit der Evaluation der Ergebnisse anhand expertenbasierter Usability-Methoden.

Unmanned Aerial Systems (UAS) are establishing themselves by the advantages of very high geometrical resolution, fast availability of acquired data and its operational flexibility as recording devices for remote sensing. Besides the aspects mentioned above, the instruments show further potential especially for civil security applications by providing the opportunity to acquire temporal synchronized 2D- and 3D situational information as well as multi-sensor data. Users of civil security applications are fully supported by its  comprehensive picture. For operational use, the geovisualization sector is faced with the challenge of pooling various data in one single application and simultaneously meeting the requirements of different operational levels. Against this background, this study categorizes the target group into three user types and provides them with individual prototypical geovisualizations based on the hypermedia approach. The article concludes with an evaluation through expert-based usability
methods.

Ansätze der Erfassung und kartographischen Präsentation der olfaktorischen Dimension

Approaches of Acquiring and Cartographically Presenting Data of the Olfactory Dimension

Jürgen Dodt †, Anne-Kathrin Bestgen, Dennis Edler; Bochum

Dank vielfältiger Veränderungen in den geowissenschaftlichen Disziplinen, die ihre Arbeitsergebnisse traditionell kartographisch aufbereiten und präsentieren, hat sich auch die Kartographie tiefgehend und weitreichend verändert. Neben der  Präsentation graphisch-visueller und akustisch-auditiver Themen des Realraums ist auch die Wiedergabe olfaktorischer Sachverhalte in der Kartographie – bislang jedoch nur vereinzelt – aufgegriffen worden. Mit diesem Beitrag soll versucht werden, den Begriff der „olfaktorischen Dimension“ sachinhaltlich zu konkretisieren sowie einschlägige Ansätze der Erfassung und kartographischen Präsentation der olfaktorischen Dimension aufzuzeigen.

Profound changes in geosciences, where research results are traditionally presented in maps, have influenced cartography. Numerous map themes exist in which  cartographers deal with visual and auditory geographic phenomena. The olfactory dimension, however, has only hardly been considered in cartography so far. This paper is an attempt to define the term “olfactory dimension”, and to present relevant approaches of acquiring and cartographically visualizing olfactory phenomena in geographic space.