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Gute Kartengrafik ist kein Selbstzweck: Die neue Landeskarte der Schweiz 1:25‘000

Good Map Design is not an End in itself: The New 1:25’000 National
Map of Switzerland

Olaf Forte, Wabern (Schweiz)

Das Bundesamt für Landestopografie swisstopo hat 2014 begonnen die
Landeskarte 1:25‘000 der Schweiz mit einer neuen Kartengrafik zu publizieren.
Die sichtbaren Veränderungen sind der kleinere Teil einer umfassenden
Erneuerung, die der veränderten Nutzung topografischer Karten durch GIS,
Web und mobilen Anwendungen Rechnung tragen und damit den Weg eines
klassischen Kartenwerkes in die Zukunft ebnen. Veränderungen in der Kartengrafik
sind in dem Zusammenhang ein Garant für Emotionen und oftmals
ein Spiegel ihrer Zeit. Der Artikel zeigt die Hintergründe und Entwicklungen
bei der Kartengrafik und liefert aktuelle Erfahrungen und Rückmeldungen
beim Einbezug der Nutzer.

In 2014 the Federal Office of Topography swisstopo begun to publish the
1: 25,000 National Map of Switzerland in a new map design. The visible
changes are only a small part of a comprehensive renovation, which take the
changes of use of topographic maps by GIS, web and mobile applications into
account and also pave the way for a classic map series into the future. Changes
in the map design are in this context often a guarantee for emotional response
and often a reflection of the times. This article reveals the background
and development of the new Map Design and provides actual experiences
and feedback resulting from the inclusion of the map users within the design
process.

Die Effekte audiovisueller Informationsvermittlung in Topographischen Karten auf die Behaltensleistung – Das Beispiel geographische Namen

The Effects of Audiovisual Information Transfer in Topographic Maps on Human Recall Memory Performance – The Example of Geographic Names

Nils Lammert-Siepmann, Dennis Edler, Frank Dickmann; Bochum

Untersuchungen der Kognitionspsychologie zeigen, dass der redundante Einsatz von geschriebenem und gesprochenem
Text bessere Ergebnisse in Bezug auf die Behaltensleistung von kurzen Inhalten, die in multimedialen Anwendungen
vermittelt werden, erzielen kann. Eine grundlegende empirische Untersuchung zur Übertragbarkeit dieser
Erkenntnisse auf die audiovisuelle Kartographie fehlt bislang. Das Ziel der vorliegenden Studie war es herauszufinden,
ob und in welchem Ausmaß verschiedene gängige Präsentationsmodi von Ortsnamen (Faktor: MODALITÄT;
Bedingungen: visuell, auditiv, audiovisuell) die Behaltensleistung beeinflussen können. Diese drei Präsentationsmodi
wurden im Zusammenwirken mit unterschiedlich komplexen topographischen Basiskarten, die verschiedene
geographische Kontexte repräsentierten (Faktor: LANDSCHAFT; Bedingungen: sehr ländlich, sehr urban) in einer
empirischen Nutzerstudie untersucht. Hierbei wurde die Behaltensleistung anhand des prozentualen Anteils korrekt
abgerufener und schriftlich wiedergegebener Ortsnamen (Messgröße: Trefferrate) evaluiert.
Die Ergebnisse der Studie zeigen signifikante Vorteile des audiovisuellen Präsentationsmodus gegenüber den einkanaligen
Vermittlungsformen visuell und auditiv. Dieses Ergebnis steht in keiner Abhängigkeit zum geographischen
Kontext bzw. zu der Komplexität der Topographischen Basiskarte.

Based on research from cognitive psychology, it is generally assumed that multimedia applications produce better
results concerning memory performance when they employ written and spoken text redundantly in order to convey
short pieces of information. Cartographic theory, however, still lacks empirical evidence that has shown whether these
findings can be transferred to audiovisual maps.
The aim of the study reported in this paper was to investigate the effects of different presentation modes of place
names on the memory performance (factor: MODALITY; conditions: visual, auditory and audiovisual). Combined with
topographic base maps of varying geographic contexts and complexity (factor: LANDSCAPE; conditions: very rural, very
urban), the aforementioned presentation modes were used in an empirical study that assessed memory performance as
the percentage of correctly recalled place names (measure: hit rate).
The results of the study reveal that the audiovisual presentation mode leads to significant better recall memory performances
than the auditory and visual conditions. The performance decline is highest when comparing the audiovisual
condition to the traditional visual condition. These results do not interact with the geographic context and complexity
of the base map.

Entwicklung eines Fußgänger-Orientierungssystems auf der Basis gruppenkommunikativer Geoinformationen

Geospatial Information Derived from Interpersonal Communication as Basis for Development of an Orientation System for Pedestrians

Bonan Wei, Fulda

Die Kommunikation ist heutzutage vom Instant-Messaging (IM) bzw. den
sozialen Netzwerken mitgeprägt. Viele Menschen bewegen sich mühelos in
diesem neuen, technisch erzeugten Informations-Wahrnehmungshorizont.
Wie die Kartendarstellung und -funktion an diese neuen Informationstechniken
angepasst werden kann, stellt eine Herausforderung im Kontext der
Kartographie dar, weil die von einem Individuum wahrgenommenen anthropogenen
Orientierungspunkte (Objekte oder Geschehen) durch die traditionelle
Kartendarstellung nicht ausreichend graphisch wiedergegeben bzw.
in Echtzeit übermittelt werden können. Ausgehend von dieser Frage wurden
Möglichkeiten erforscht, um neue Bild- und Graphikinformationen mittels der
IM-Programme in eine Karte zu integrieren, so dass diese zu einer offenen
Plattform mit großen Datenmengen von Geoinformationen in Echtzeit weiter
entwickelt werden kann. Die ausgewählten und in der Nutzerstudie evaluierten
Aspekte der Gebrauchstauglichkeit wurden nach der Implementierung
geprüft und künftige Forschungsfragen abgeleitet.

Instant Messaging (IM), as well as social media, shape today’s communication.
Many people move easily within this new information medium. Adapting map
representation and function to this new information technique represents a
challenge for cartographers. Traditional maps only visualize and transmit anthropogenic
landmarks (such as events and objects) perceived by individuals to
a certain extent and not in sufficiently real time. Taking this issue as a starting
point, options were explored as to how Instant Messaging programs can be utilized
to integrate large amounts of visual and graphic information into a map.
The final goal would be the creation of an open platform capable of absorbing
large amounts of geospatial information, thus making real time development
possible. Further research topics have focused on usability, aspects of which
have been evaluated in a user study and have been assessed based on indicia of
implementation.

Methodik eines Flächennutzungsmonitorings auf Grundlage des ATKIS-Basis-DLM

Methodology of a Land-use Monitoring on ATKIS Geotopographical Base Data

Gotthard Meinel, Tobias Krüger; Dresden

In diesem Artikel beschreiben wir die automatisierte Erhebung von Flächennutzungsinformationen aus dem ATKIS-Basis-DLM. Die Ergebnisse der deutschlandweiten Analyse werden indikatorbasiert räumlich und zeitlich vergleichbar im Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung (IÖR-Monitor) präsentiert. Im Fokus des Beitrags steht die Methodik der Geoprozessierung, die sowohl auf der objektbasierten Verarbeitung von Vektordaten basiert als auch Rasterdatenberechnungen beinhaltet.

In this contribution, we describe the automation based analysis of land-use information from authoritative German geo-topographical base data (ATKIS Basic-DLM), which has been evaluated for its suitability for describing urban and rural landscape structures. Nation-wide land-use indicators derived from the geo-processed data are presented online in the Monitor of Settlement and Open Space Structure website (ioer-monitor.de). This paper focuses on the methodology of geo-processing based on geospatial analysis of vector objects as well as on raster analysis methods.

Geomatiker werden und bleiben – ein Beruf mit Zukunft

Erik Theile, Potsdam

Becoming and Remaining a Geomatiker – a Carreer for Future

Im Jahr 2010 ist die neue Verordnung über die Berufsausbildung in der Geoinformationstechnologie
in Kraft getreten. Seitdem sind drei Jahre vergangen und die ersten Geomatikerinnen und Geomatiker –
eine Berufsbezeichnung, die völlig neu aus der Wiege gehoben wurde – haben ihre Ausbildung
beendet. Mit dem Beitrag soll eine Zwischenbilanz der ersten drei Jahre Berufsausbildung im
Land Brandenburg gezogen werden.

In 2010 the new act on the professional training in geomatics technology has become law. In over
three years the first Geomatiker – an all new job title – have finished their apprenticeship. This article
offers an interim result on the first three years of professional training in the Land Brandenburg.