Intergeo_2015

 

 

 



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Migration des ATKIS-Basis-DLM – Auswirkungen auf die Nutzung für das Flächenmonitoring

Data model impacts on ATKIS-based land-use monitoring

Tobias Krüger, Jörg Hennersdorf, Gotthard Meinel und Martin Behnisch, Dresden

Das Flächensparziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 die tägliche
Flächenneuinanspruchnahme für Siedlung und Verkehr auf 30 Hektar pro Tag
zu senken, erfordert ein zuverlässiges Flächenmonitoring, um Entwicklungen
dauerhaft und mit gleichbleibender Qualität erfassen zu können. Wichtig für
das Monitoring ist die Verwendung von kontinuierlich aktualisierten Datenquellen,
um die Flächenneuinanspruchnahme, die regional mit unterschiedlicher
Dynamik erfolgt, mit geringem zeitlichen Verzug abbilden zu können.
Das ATKIS-Basis-DLM der Landesvermessungsverwaltungen erfüllt die erforderlichen
Kriterien als Eingangsdatensatz für zyklische Flächennutzungsanalysen.
Dieser Beitrag erläutert Effekte, die sich durch die in den letzten
Jahren erfolgte Migration in das AAA-Modell ergeben und welche Auswirkungen
diese auf das Flächenmonitoring haben.

The “30 hectares goal” of the German government targeting to reduce the
land consumption for settlement and transportation to a maximal amount of
30 hectares per day by 2020 demands reliable monitoring approaches of land
use and land-use conversion. The monitoring requires the utilized data to be
continuously updated in order to record land-use changes with short time
delay. The geotopographic digital landscape model (ATKIS Basic-DLM) of the
German surveying authorities has been proven to be suitable for repeating
land-use analyses. In this paper, changes in the ATKIS modelling approach of
features due to the migration to the latest generation of the ATKIS documentation
(AAA model) are evaluated with respect to their effects on the
land-use monitoring.

 

 

Baulücken- und Leerstandskataster für niedersächsische Kommunen

Cadastre on Gaps between Buildings and Vacancies for municipalities in Lower Saxony

Doris Kleinwächter, Hannover/Sulingen

Ein Drittel der insgesamt 412 Kommunen in Niedersachsen nutzen bereits das
Baulücken- und Leerstandskataster (BLK) des Landesamtes für Geoinformation
und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) und etliche weitere zeigen
sich ernsthaft interessiert. Sie versprechen sich vom BLK eine konkrete Unterstützung
im Umgang mit dem demografischen Wandel, beim Auffinden und
Verwerten von Innenentwicklungspotenzialen und bei der politisch gewollten
Reduzierung des Flächenverbrauchs. Die allgemeine Ressortforschung des
Bundes greift auf das niedersächsische Modell als erprobtes und gelungenes
Beispiel zurück und auch umliegende Bundesländer informieren sich.

One third of a total number of 412 municipalities in Lower Saxony are already
using a special “Cadastre on Gaps between Buildings and Vacancies (BLK)” of
the Agency for Geoinformation and Land Surveying of Lower Saxony (LGLN)
and several other are seriously interested. They expect from BLK concrete
support in dealing with demographic change, in finding and utilising inward
development potential and in the policy goal of reducing the consumption of
land. The federal departmental research institutions falls back on the Lower
Saxon model as a proven and successful example, and a lot of other German
States have interest in this service.

Punktmethode leicht gemacht – Programm zur automatischen Erzeugung von Punktverteilungen im Nutzertest

Simplifying Dot Mapping – Program for automatically creating dot distributions tested by users

Annette Hey, Rostock

Die Punktmethode ist eine kartographische Darstellungsmethode zur Visualisierung
von quantitativen Objektverteilungen. Es werden in Form, Größe und
repräsentiertem Wert identische Kartenzeichen (meist Punkte) verwendet.
Die manuelle Konstruktion einer Punktstreuungsdarstellung ist sehr aufwändig
und erfordert kartographische Expertise. Um den Prozess des Kartenentwurfs
zu vereinfachen und diesen auch kartographischen Laien zu eröffnen
wurde ein Algorithmus entwickelt, der auf Basis weniger Eingabewerte
Punktstreuungsdarstellungen erzeugt. Ein Hilfsmittel kann jedoch nur dann
seine Aufgabe erfüllen, wenn es die Ansprüche der Nutzer bedient. Daher
wurde das entwickelte Verfahren im Rahmen zweier mehrteiliger Testreihen
von Nutzern bewertet. Außerdem wurde das Verhalten bei der Nutzung von
Punktkarten näher untersucht.

Dot mapping is a cartographic representation method to visualise quantitative
object distributions. Map symbols (in most cases dots) that are equal in shape,
size and represented value are used. Designing a dot representation manually
is very elaborate and requires cartographic expertise. To simplify the process
of designing such a map and to introduce this process to cartographic laypeople
as well, a software algorithm was developed. This algorithm creates dot
representations from only a few input data. A tool can only perform its task
properly when it serves the demands of its users. For that reason, the algorithm
was evaluated by users within two sets of multi-part tests . Additionally,
the manner in which dot maps are used was examined more closely.

SOMViz: Web-based Self-Organizing Maps

SOMViz: Web-basierte Self-Organizing Maps

Sara Irina Fabrikant, Cedric Gabathuler, Zürich (Switzerland) and
André Skupin, San Diego (USA)

Die Self-Organizing Map (SOM)-Methode ist in diversen Disziplinen ein
beliebtes Mittel, um sehr große, komplexe, multivariate Datenbanken
visuell zu erkunden. Trotz der zunehmenden Beliebtheit dieses mächtigen,
aber rechen-intensiven, neuronalen Netzwerkansatzes, sind Web-basierte
Lösungen, die SOM Konstruktion und Visualisierung erlauben, noch selten.
Wir stellen SOMViz vor, ein einfaches, interaktives, web-basiertes System,
das es erlaubt, ohne Programmierkenntnisse aus multivariaten geographischen
Datensätzen SOMs zu generieren, und diese visuell in Kombination
mit thematischen Karten erkunden zu können. Dies geschieht über eine
einfache grafische Benutzerober-fläche. Im Mittelpunkt unseres Beitrags
steht ein System als Proof-of-Concept, das auf einer offenen Architektur
und Open Source-Technologie basiert. Im ersten Teil des Beitrags diskutieren
wir Designentscheidungen des Proof-of-Concept-System das bereits 2009
entwickelt wurde, im Rahmen aktueller Webtechnologien und -Ansätze
und erläutern in einem zweiten Schritt Implementierungsdetails sowie die
entsprechende Funktionalität des SOMViz Proto-typs anhand einer Fallstudie
mit Schweizer Volkszählungsdaten. Mit diesem Beitrag hoffen wir zum einen,
die Einstiegsschwelle zu leistungsstarken SOM Analysen auch für Interessierte
ohne Programmierkenntnisse zu verringern und zum anderen, bieten wir mit
dieser Web-Lösung als Ausgangspunkt, ein neues Betätigungsfeld für Kartographinnen
und Kartographen, um bestehende, etablierte kartographische
Darstellungsmethoden auch auf nicht-geografische Datenvisualisierungsansätze
und -technologien anwenden zu können.

The self-organizing map (SOM) method has become popular in various disciplines
for visual exploration of large, complex, multivariate databases. Despite
the increasing popularity of this powerful, but computationally intensive,
neural network approach, web applications involving SOM construction and
visualization are still rare. We introduce SOMViz, a simple, interactive, webbased
prototype system, accessible online through a simple graphical user
interface, allowing users without programming knowledge to generate SOMs
from multivariate geographic datasets, and visually explore them in combination
with thematic maps. At the heart of our contribution lies a proof-ofconcept
based on an open architecture, including open source technology.
We first outline and evaluate design decisions of the proof-of-concept system
already completed in 2009 in the context of current state-of-the-art web technology,
and then present implementation details and respective functionality
of the SOMViz prototype applied to a case study with Swiss population census
data as an example. With this contribution, we hope on the one hand to facilitate
access to the powerful SOM analysis method for non-specialists, based on
generic and open web technology. On the other hand, we offer this solution
as a starting point to apply long-standing cartographic design principles and
approaches to emerging non-geographic mapping technologies and methods.