Kartographische Nachrichten
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Generalisierung von Schulwandkarten seit 1840: Von der Karte an der Wand zur Wandkarte

Generalisation of school wall maps since 1840: From maps on the wall to wall maps

Lowie Brink; Nijmegen (The Netherlands)

Schon früher geäuβerte Vermutungen, dass die seit ungefähr 1840 verwendeten niederländischen Schulwandkarten
zunehmend einfacher und anschaulicher gestaltet wurden, können nun erstmalig quantitativ bestätigt werden.
Aus Messungen der numerischen Kartenbelastung folgt, dass im Laufe des 19. Jahrhunderts Schulwandkarten
immer mehr ausgeräumt wurden. Aus Messungen der visuellen Winkel von Punkt- und Linienkartenzeichen ergibt
sich, dass die Kartensymbole in diesen Karten bis ungefähr 1930 immer gröβer und breiter gezeichnet wurden.
Durch diese spezifische Form von Generalisierung entstand nach und nach ein ganz neuer Kartentyp: die auch in
der Entfernung anschauliche Wandkarte.

The hypothesis that school wall maps in The Netherlands have become plainer and clearer since the 1840s has
been put forward before, but has now been confirmed quantitatively for the first time. It has been concluded from
measurements of the numerical map load that school wall maps have become emptier especially during the 19th
century. Furthermore, measurements of the visual angles of point and line symbols have established that the map
symbols on these maps have been drawn larger and thicker until the 1930s. This particular aspect of map generalization
has gradually led to a completely new map type: a wall map that can be read from a distance.

 

 

 

Energiewende auf dem Dach – Siedlungsstrukturelle Informationen als Grundlage zur Berechnung des Solarpotenzials auf Wohngebäuden

Urban energy transition – settlement structural information as a basis for the calculation of residential rooftop solar potential

Fabian Jetter, Stephan Bosch; Augsburg

In Abhängigkeit von den siedlungsstrukturellen Merkmalen Gebäudetyp, Siedlungstyp und Dachform wird das
Photovoltaik (PV)-Potenzial auf den Dächern von Wohngebäuden der Stadt Hamburg exakt analysiert. Das
Solardachkataster von Hamburg wird hierzu nach Dachformen, Gebäude- und Siedlungstypen differenziert ausgewertet,
um Zusammenhänge zwischen Photovoltaik-Potenzial einerseits sowie Gebäudetyp, Siedlungstyp, Dachform
und Gebäudeorientierung andererseits aufzuzeigen. Ausgehend von Gebäudegrundrissen werden dabei die
Gebäude- und Siedlungstypen sowie die Gebäudeorientierungen mittels geometrischer und GIS-gestützter
Verfahren hergeleitet. Auf Basis dieser Datengrundlage sowie zusätzlicher Informationen über den Gebäudebestand
einer Raumeinheit lässt sich deren gebäudeintegriertes PV-Potenzial exakter bestimmen als mit bisherigen
Verfahren, die ausschließlich auf statistischen Informationen über den Gebäudebestand beruhen.

This study precisely analyzes the solar potential on roofs of residential buildings in the city of Hamburg as a function
of the city's settlement structure. Hamburg's solar cadastre is critically evaluated with regard to rooftops, buildings,
and settlement types as well as building alignments. Based on building ground plans, building and settlement types
are calculated using geometric and geographic information systems (GIS)-based methods. The set of data thus
generated, along with further information on a region's stock of buildings, allows the determination of its PV
potential. This method is more accurate than previous estimations based solely on statistical information on the
building stock.

Der neue OGC-Standard GeoPackage – ein Vergleich mit einer Auswahl bereits etablierter Standards

The new OGC standard GeoPackage – a comparison with a selection of established standards

Philipp Seyerlein; Erlangen-Nürnberg

Geodaten spielen heute bei schätzungsweise mehr als achtzig Prozent aller Projekte, Prozesse und Entscheidungen
in Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Politik eine wichtige Rolle. Mit dem hohen Aufkommen
an Geodaten ist es wichtig, diese geeignet zu verwalten und passende Schnittstellen für einen Datenaustausch
zu finden. Geeignete Lösungen wurden mithilfe von Geodatendiensten, die eine Internetverbindung voraussetzen,
bereits geschaffen, jedoch existiert noch kein Standard für den dateibasierten Austausch, der mit GeoPackage
vergleichbar ist. Im Rahmen einer Masterarbeit hat sich anhand einer Untersuchung mit Testdatensätzen
(ALKIS-Daten und ein Digitales Orthophoto) vom Bayerischen Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung
München (LDBV) herausgestellt, dass GeoPackage bedingt als Alternative zu Shapefile beziehungsweise GeoTIFF
geeignet ist.

This article presents an algorithm for adaptation of semantically similar databases using the example of land-use data
from German cadastral and topographic database. It removes geometric inconsistencies between the databases iteratively
by building potential correspondences based on a distance threshold. Using topological, geo metric and semantic criteria,
these correspondences are filtered and used for modelling inconsistencies between the databases. These inconsistencies
are minimized using a least-squares adjustment process with a complete stochastic model that controls the amount of
adaptation. Results of the process are adjusted coordinates und adjustment vectors which have to be filtered to detect
outlying adjustments and remove their correspondences. After that a new iteration of the adjustment process has to be calculated.

Visualisierung städtischer Geodaten – Aktuelle Beispiele der Geoinformation der LHH

Visualization of urban geodata – Current examples of Hannover

Marcel Chaouali; Hannover

In diesem Artikel werden anhand von zwei Anwendungsbeispielen im Umfeld der Stadtkartographie die Aufbereitung,
Klassifizierung und Weiterverarbeitung von städtischen Geodaten vorgestellt. Daraus werden anwendungsbezogen
kartographische Produkte für 2D- und 3D-Themen abgeleitet. Die dafür erforderlichen Geodaten werden mit gängigen
Erfassungsmethoden erhoben. Sie finden Verwendung als Basisdaten der Stadtkarten und sind zugleich Bestandteil
von Fachkatastern und themenbezogenen Inhalten von Webanwendungen.

This article discusses the analysis, classification and processing of spatial geodata based on two application examples
in the field of urban mapping. Based on this application specific cartographic products for 2D and 3D themes are derived.
The spatial datasets required for this purpose are detected with standard surveying methods. They are used as basic
data for maps and are also part of specific software and thematic content of web applications.