15. Kartographiehistorisches Colloquium
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Intergeo_2015

 

 

 



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Qualitätssicherung von freiwillig generierten Geodaten: Ein sozialer Ansatz

Ensuring the Quality of Volunteered Geographic Information: A Social
Approach

Rebecca M. Rice, Fairfax, USA

Social Media und innovative Web-Technologien haben die Datenbeschaffung
und -nutzung verändert. Im Rahmen von geobasierten oder geounabhängigen
Web-2.0-Plattformen werden Daten außerhalb professioneller Institutionen
über VGI erstellt und sofort nutzbar gemacht. Die Sicherstellung der
Datenqualität ist ein allgemeiner Anspruch in diesem Zusammenhang. Verschiedene
Methoden dafür existieren, aber es gibt immer noch die Unsicherheit,
wie valide diese Daten im Vergleich zu offiziell erhobenen Daten sind.
Im Rahmen der George-Mason-University-Testumgebung für nutzergenerierte
Geodaten (GMU-GcT) wurde diese Unsicherheit im Zusammenhang mit einer
Campus-Zugänglichkeitskarte unter Berücksichtigung von Fußgängerhürden
oder -gefahren untersucht. Die Nutzergemeinschaft der GMU gilt als mobiler
„Sensor“ in dieser Frage, um eine sicheren und barrierefrei zugänglichen
Campus zu schaffen. Der vorliegende Beitrag diskutiert die aktuelle GMUGcT-
Qualitätsbewertungsprozedur und gilt als Grundlage für eine Studie,
welche die Möglichkeit eines sozialen Ansatzes zur Bewertung der Qualität
von nutzergenerierten Daten diskutiert.

Social media and rapidly improving web technologies have altered the way
in which data is obtained and used. Within many Web 2.0 platforms, spatial
and non-spatial data is collected and processed by non-experts as volunteered
geographic information (VGI) and is made accessible for immediate
use. Ensuring data quality for VGI is a growing concern. Several methods for
VGI quality assurance have been proposed, but there is still uncertainty about
the validity of volunteered data compared to official data sources. This concern
over data quality is pertinent to George Mason University’s Geocrowdsourcing
Testbed (GMU-GcT), a crowdsourced accessibility map that makes
use of VGI for pedestrian obstacles and hazards on George Mason University’s
campus. The underlying idea is that the George Mason community acts as
citizen sensors and thus contributes to a safer and more accessible campus.
This paper discusses the current GMU-GcT quality assessment procedures,
which involve a team of moderators to validate entries. It also discusses the
framework for a study that will assess the adequacy of a social approach for
assessing crowdsourced data quality.

Analyse von Twitter-Informationen zum besseren Verständnis der öffentlichen Diskussion zum Sonnenbräunen in den USA

Using Twitter Content to Crowdsource Opinions on Tanning in the United States

Jacek Rafal Radzikowski (Fairfax, VA, USA), Heather Hollen (Washington D. C., USA)
and Sven Fuhrmann (Fairfax, VA, USA)

Benutzer des Mediendienstes Twitter stellen bewusst und unbewusst eine Reihe von Informationen und Geodaten öffentlich zur Verfügung. Viele soziale Medienanalysen haben eine bedingte Aussagekraft, da die thematischen Visualisierungen häufig nur den Standort der verschickten Tweets darstellen. Eine wesentliche Anforderung ist die Entwicklung von Bereinigungsmechanismen für soziale Mediendaten sowie die Darstellung von Netzwerkstrukturen, Dynamiken, Interessensgemeinschaften und thematischen Schwerpunkten. Der vorliegende Beitrag zeigt wie mithilfe von Twitter-Informationen die öffentliche Meinung und Diskussion zum Sonnenbräunen in den USA untersucht werden kann. 25 Millionen Tweets wurden über einen Zeitraum von sechs Wochen zu diesem Thema gesammelt. Diese Daten wurden gefiltert, bereinigt und mithilfe von thematischen Karten, Dendrogrammen sowie netzwerkbasierten Analyseverfahren für Interessensgemeinschaften aufbereitet. Erste Ergebnisse zeigen, dass viele soziale Mediendaten durch Werbung und Spam verunreinigt sind. Nach dem Herausfiltern dieser Datensätze kann eine bessere Analyse der öffentlichen Diskussion zu Einstellung und Gefahren des Sonnenbräunens vorgenommen werden. Dieser Beitrag zeigt neue Forschungspotenziale innerhalb der Kartographie auf sowie interdisziplinäre Entwicklungsanforderungen zur besseren Analyse von sozialen Mediendaten.

Social media content provides direct and indirect locational information. However, simply mapping media content such as Twitter posts will only provide a limited scope on the social media conversation. Assessing  geotagged conversations needs to be combined with analyzing content and network structures including their dynamics. This research provides a set of structured methods towards filtering Twitter messages to remove unrelated content and better understand a public discussion. The approach is applied towards crowdsourced opinions on tanning in the United States and highlights that creating choropleth maps from unprocessed Twitter data will give a limited view on public health conversations. Cluster dendrograms and the networkfocused Louvain unsupervised community detection algorithm were applied on a subset of over 25 million tanning related tweets, collected over a six week period. The research results show advertising and spamming clusters of tanning-related social media tweets, but also public discussions that relate to skin cancer and melanoma health concerns, fashion and beauty.

Konzeption eines WebGIS zur bilingualen Transformation geographischer Namen

Design of a WebGIS application for the bilingual transformation of geographical names

A. Mizgirev, D. Thürkow, M. Zierdt, Halle

Bei der Übertragung von Karten in einen anderen Sprachraum kommt es
häufig zu Verlusten an Information. Ortsbezeichnungen, die häufig auch auf
geographische oder historische Inhalte hindeuten, verlieren diese Bedeutung
bei einer Transkription. Fachliche Inhalte werden verzerrt, wenn diese
auf unterschiedlichen Nomenklaturen beruhen. Dieser Artikel diskutiert in
diesem Kontext exemplarische Ergebnisse eines Ansatzes, der auf die Übertragung
von geographischen Namen und bodensystematischen Einheiten aus einer
Quell- in eine Zielsprache ohne semantischen Deutungsverlust abzielt. Dabei
wird die Eignung aktuell verbreitet eingesetzter Open Source Ressourcen
der Geoinformationsverarbeitung (PostgreSQL, PostGIS, GeoServer,
Drupal) zur Konzeption eines bilingualen, standardkonformen WebGIS
untersucht.

The transmission of maps in another language often results in a loss of information.
Place names indicating a certain geographical or historical background
often lose their meaning when simply being transcripted or transliterated.
Subject-related content is distorted when being based on different nomenclatures.
This paper exemplarily discusses the results of an approach focusing
on the transmission of geographical names and reference soil groups from a
source language into a target language without losing semantic data. In this
context it shall be analyzed in how far frequently used Open Source software
and resources for processing geographical data (PostgreSQL, PostGIS, Geo-
Server, Drupal) is suitable for establishing a standardized, bilingual WebGIS.

 

 

BW Map mobile Die App für Baden-Württemberg

BW Map mobile The App for Baden-Württemberg

Gerald Graf, Stuttgart

Mit der App BW Map mobile stellt das Landesamt für Geoinformation
und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL) digitale topographische
Karten in den Maßstäben 1:1.000.000 bis 1:10.000 zur Verfügung. Zu den
Funktionen gehören unter anderem die Suche nach Ortsnamen und Berggipfeln,
die Positionierung über Satelliten inklusive der Kartenausrichtung
in Laufrichtung (moving maps), stufenloses Zoomen sowie eine Punkt- und
Routenerfassung. Die Basisversion enthält das detaillierte und hochgenaue
Open Data Angebot Maps4BW. Mit dem Kauf einer Jahres-Flatrate stehen die
qualitativ hochwertige topographische Karte, eine 3-D-Darstellung und die
Funktion Augmented Reality zur Verfügung. Die Kartendarstellung der App
wird durch zahlreiche touristische Informationen ergänzt und steht für die
Betriebssysteme iOS und Android zur Verfügung.

The app BW Map Mobile of the State Office for Geoinformation and Land
Development Baden-Württemberg (LGL) provides digital topographic maps
at scales of 1:1,000,000 to 1:10,000. App functions include place name and
mountain peak searches, positioning via GPS, “moving maps”, continuous
zoom, points of interest and route recording. The free BW Map mobile
version contains the detailed and highly accurate open data set Maps4BW.
The premium BW Map mobile version requires an annual subscription and
provides access to high-quality topographic maps, 3-D and augmented reality
functions. BW Map mobile also provides extensive tourist information and is
available for the Android and iOS platforms.