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35 Jahre Kartographie-Ausbildung an der Hochschule Karlsruhe – den Wandel visualisieren

35 Years of Teaching Cartography at Karlsuhe University of Applied Sciences – Visualising the Change

Gertrud Schaab, Karlsruhe

35 Jahre Kartographie-Studium an der Hochschule Karlsruhe dient als Anlass, die Entwicklungen in der Ausbildung zu visualisieren. Dafür werden die 1988, 2003 und 2013 gültigen Studienpläne einander gegenübergestellt, nicht nur weil sie für 10, 25 und 35 Jahre Lehrbetrieb zur Kartographie stehen, sondern auch weil mit ihnen die markantesten Veränderungen aufgezeigt werden können. Die Analyse aller Studienabschlussarbeiten bietet dagegen ein kontinuierlicheres Bild zum Wandel in der Kartographie.

35 years teaching cartography at Karlsruhe University of Applied Sciences provides the reason for visualizing the curriculum development up to now. This is done by studying the curricula of 1988, 2003 and 2013, not only as they mark 10, 25 and 35 years of offering a study course in cartography but because they allow depicting the most prominent shifts. While the analysis of all final theses reveals a more gradual picture of the change in cartography.

Rotating Point Symbols on Animated Maps for the Presentation of Quantitative Data

Rotierende Punktsignaturen auf animierten Karten zur Darstellung quantitativer Daten

Paweł Cybulski, Pozna (Polen)

The aim of these considerations was to study the efficiency of cartographic animations with the use of dynamic signs to present variability of the statistics. In the animations, geometric point symbols were used, rotation speed of which informed about the level of unemployment in the biggest cities of Poland in years 2002 and 2012. In this study we focused on the number of class intervals and on a graphical element that reinforces the perception of rotation speed. The animation was made in Adobe Flash Professional CS5 basing on the da ta from the Main Statistical Office in Poland. 34 geography students participated in the experiment. On the basis of four versions of the animation, they were answering questions about changes in the level of unemployment in the biggest cities of Poland. The results allowed us to evaluate the usefulness of dynamic rotating symbols in reading spatial relationships of the statistical data, referenced to points in aspect of spatio-temporal changes.

Das Ziel dieser Betrachtungen bestand darin, die Effizienz kartographischer Animationen mit Hilfe dynamischer Signaturen zu untersuchen, um die Veränderlichkeit von Statistiken nachzuweisen. In den Animationen wurden geometrische Punktsignaturen benutzt, deren Rotationsgeschwindigkeit über das Maß der Arbeitslosigkeit in den größten Städten Polens in den Jahren 2002 und 2012 Auskunft gibt. In dieser Studie fokussierten wir auf die Anzahl der Klassenintervalle und auf ein graphisches Element, das die Wahrnehmung der Rotationsgeschwindigkeit verstärkt. Die Animation wurde in Adobe Flash Professional CS5 erstellt, basierend auf Daten des Statistischen Hauptamtes in Polen. 34 Geographie-Studierende nahmen an dem Experiment teil. Auf der Basis von vier Versionen der Animation beantworteten sie Fragen über die Veränderungen des Arbeitslosigkeitsstandes in den größten Städten Polens. Die Ergebnisse ermöglichten uns, den Nutzen dynamisch rotierender Signaturen beim Erfassen der Raumbeziehungen statistischer Daten, die sich auf die raum-zeitlichen Veränderungen von Punkten beziehen, zu evaluieren.

Zum Diffusionsprozess von modernen Karteninformationssystemen – Das Beispiel der Planungs- und Verwaltungsarbeit von Bistümern in Deutschland

Aspects of Diffusion Processes of Map based Information Systems – The Example of Implementing GIS into Planning and Administration Activities of Dioceses in Germany

Frank Dickmann, Bochum; Nils Lammert-Siepmann, Köln; Christian Stieber, Essen

Aufgrund des demographischen und sozialen Wandels gewinnen sozialräumliche Aspekte heute auch in der praktischen Kirchenarbeit immer mehr an Bedeutung. Mit dem Einsatz von Geographischen Informationssystemen versuchen die Bistümer in Deutschland, den damit verknüpften Herausforderungen für Planung und Verwaltung zu begegnen. Die erfolgreiche Einführung neuer Technologien setzt nicht nur eine erfolgreiche Hard- und Softwareimplementierung voraus, sondern vor allem auch die Bereitschaft auf Seiten der Nutzer, die Neuerungen zu akzeptieren. Um eine empirische Untersuchung über die Akzeptanz solcher kartengestützter Analyseinstrumente durchzuführen, begleitet der Fachbereich Kartographie des Geographischen Instituts der Ruhr-Universität Bochum die Umsetzung von Geographischen Informationssystemen in drei katholischen Bistümern Nordrhein-Westfalens.

Due to demographic and social changes, socio-spatial developments have gained importance for the practical work in ecclesiastic administrations. Based on Geographic Information Systems, some German dioceses have started to address the existing planning and administration challenges. The effective introduction of the new methods not only requires a successful implementation of new hardware and software but also the users’ willingness to accept new ways of proceeding. To derive some first statements on the acceptance of these cartographic assessment tools, an empirical study is carried out at the Geography Department (Geomatics/Cartography Group) of the Ruhr-University Bochum (RUB). The study is conducted in cooperation with three diocese administrations in North Rhine-Westphalia.

Eine modifizierte Van-der-Grinten-Projektion – Zum 110-jährigen Jubiläum des US-Patentes der Originalversion

A modified Van der Grinten Projection – On the Occasion of the 110-Years-Anniversary of the US Patent Issuance

Siegmund Schulz, Berlin

In der Fachliteratur zur Kartennetzlehre wird stets auch der Name Alphons J. van der Grinten genannt. Alphons J. van der Grinten (1852–1921) hat insgesamt vier vermittelnde Kartennetze (I bis IV) für die Abbildung der Erde vorgestellt, von denen der Netzentwurf Van-der-Grinten-I bis heute in Universalatlanten (nicht in Schulatlanten!) sowie bei großformatigen Einzelkarten anzutreffen ist. Ansonsten ist über Alphons van der Grinten kaum etwas bekannt; neben dem Geburts- und Sterbedatum wird noch der Geburtsort Kranenburg/Niederrhein und der Sterbeort Chicago erwähnt. Am 2. Oktober 1899 stellte er einen Patentantrag für eine Weltkartenprojektion; am 2. Februar 1904 wurde das US-Patent unter der Nummer 751.226 erteilt. Im selben Jahr veröffentlichte er den Kartennetzentwurf in Petermanns Geographische Mitteilungen in Gotha, unter dem Titel „Darstellung der ganzen Erdoberfläche auf einer kreisförmigen Projektionsebene“. Ein Jahr später erfolgte eine weitere Publikation in der US-amerikanischen Fachzeitschrift „American Journal of Science“. Seit 2002 wird in Weltatlanten des zur Bertelsmann-Gruppe gehörenden Wissen Media Verlags eine modifizierte Version des Van-der-Grinten-I-Entwurfs verwendet. Im Folgenden werden Van der Grintens Lebensweg anhand von neuen Recherche-Ergebnissen skizziert sowie die Parameter des modifizierten Weltkartennetzes beschrieben.

In the specialised literature on map projections the name of Alphons J. van der Grinten is always mentioned. Altogether, Alphons J. van der Grinten (1852–1921) published four arbitrary projections (I to IV) to represent the earth. Of these projections, the Van der Grinten I is still to be found in universal atlases (but not in school atlases) and on large-format single maps. Little is known about van der Grinten himself. Apart from the dates of birth and death, mention is made of his place of birth, Kranenburg/Lower Rhine, and his place of his death, Chicago, Ill. On the 2nd of October 1899 he applied for a US patent on a world map projection; on the 2nd of February 1904 this patent was granted under the number 751.226. In the same year he published the map projection in “Petermann‘s Geographische Mitteilungen“ at Gotha, under the title “Darstellung der ganzen Erdoberfläche auf einer kreisförmigen Projektionsebene“. One year later, another publication followed in the “American Journal of Science“. Since 2002, a modified version of the van der Grinten I projection is used in world atlases of the Wissen Media Verlag, a company of the Bertelsmann Group. – This paper outlines van der Grinten’s life on the basis of new research findings, and it describes the parameters of the modified map projection.

Zum Urheberrecht in Kartografie und Geoinformation

Peter Lutz, München

Der Beitrag fasst die Rechtsprechung zum Urheberrechtsschutz von Kartenwerken zusammen. Anschließend wird die Diskussion über den Schutz von topografischen Landkarten als Datenbank dargestellt; dabei kommt der Verfasser zu dem Ergebnis, dass topografische Karten keine Datenbanken sind. Weiterhin wird der Schutz der den topografischen Karten zugrunde liegenden Datenbanken untersucht und das Verbot der Entnahme und Weiterverwendung aus einer topografischen Karte als Drittquelle grundsätzlich bejaht. Schließlich werden die Schutzmöglichkeiten von Geoinformationen erörtert.