Kartenflut rund um den Ersten Weltkrieg

Map abundancy around WW I

Jürgen Espenhorst; Schwerte

Wie kann man eine Übersicht über eine schier unübersehbare Menge von Karten gewinnen, die vor, während und nach dem 1. Weltkrieg erschienen sind? Dazu werden im folgenden Text systematisch Gruppen gebildet. Zunächst geht es um die zeitliche Gliederung. Zu Kriegsbeginn hatten alle europäischen Mächte Karten der Nachbarn nachgedruckt. So haben auch Frankreich, Großbritannien und Russland Militärkarten vom Gebiet des deutschen Reiches bereitgehalten. In die Systematik werden neben den amtlichen Karten auch die in großer Fülle erzeugten Kriegskarten der privaten Verlage aufgenommen. Damit entsteht zum ersten Mal ein strukturierter Überblick über eine sonst kaum zu übersehende Kartenflut. Nicht erwartet werden kann, eine detaillierte Beschreibung einzelner Kartenserien oder die Analyse des deutschen Kriegsvermessungswesens.

During the Great War a large amount of maps were published in Germany. In fact, it was ten times higher than the number of maps published by the allies. In this article, a new systematic approach towards cartographic history is used. The chronological scope of the maps ranges from the time when military action was planned by several European states until the time shortly after the war. Although the focus of the article lies on German maps, French, British and Russian ones are mentioned as well. Not only maps for military are regarded. Maps published for the German home front are part of the analysis.

Re-Konstruktion von Grenzen – Die Bedeutung kartographischer Visualisierungen in der Neuordnung kirchlicher Verwaltungseinheiten

Re-construction of borders – The role of cartographic visualizations for reorganizing church administration regions

Alexander Becker, Aachen;
Frank Dickmann, Bochum

Die kirchliche Gebietsplanung in Deutschland erkennt zunehmend die Vorzüge kartographischer Visualisierungen und digitaler Analysewerkzeuge. Dies kommt insbesondere bei Neuordnungen administrativer Grenzen, aber auch bei der darauf aufbauenden praktischen Arbeit der Bistümer zum Tragen. Durch die Verknüpfung von Geodaten mit Sachdaten (sozioökonomische Daten) und durch die Nutzung Geographischer Informationssysteme können neue und ressourcensparende Möglichkeiten der Entscheidungsfindung und somit eine effektive Bewältigung von Verwaltungs- und Planungsaufgaben erzielt werden. Doch in der Gemengelage von Verwaltungsanforderungen, sozialplanerischen Zielsetzungen und seelsorgerischen Aufgabenbereichen der Kirchengemeinden  sind sehr heterogene Aufgabenfelder zu beachten, die wiederum die Verknüpfung und Vorhaltung sehr unterschiedlicher Datenformate voraussetzen. Der  folgende Beitrag arbeitet einige typische Praxisprobleme in der kirchlichen Gebietsplanung auf, die vor und während der Implementierung Geographischer Informationssysteme zu bewältigen sind.

Church territorial planning in Germany is increasingly recognizing the advantages of cartographic visualizations and tools for digital analyses. This particularly takes effect in the case of reorganizations of administrative boundaries, but also in the practical work of dioceses based on them. By linking geodata with  factual data (socio-economic data) and by using geographical information systems, new and resource-saving possibilities of decision-making and thus an  effective management of administrative and planning tasks can be achieved. However, in the complex situation of administrative requirements, social  planning objectives and pastoral tasks of the church congregations, very heterogeneous task fields have to be considered. In turn, these tasks require the linking and provision of very different data formats. The following article deals with some typical practical problems in church territorial planning which have to be dealt with before and during the implementation of geographical information systems.